Ein Basketballverein meldet sich zurück: Die Frauen und Männer des SC Lerchenberg bejubelten beim Saisonfinale mit zwei Heimsiegen jeweils die Meisterschaft in der Landesliga. Der doppelte Titelgewinn bedeutet auch einen doppelten Aufstieg. Erstmals wird der SCL in der Saison 2014/15 mit beiden Teams in der Oberliga vertreten sein.

Doppelter Grund zum Jubeln: Spielerinnen, Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche um Abteilungsleiter Fabian Schröder (vorne) feiern Meisterschaften und Aufstiege des SC Lerchenberg.

Doppelter Grund zum Jubeln: Spielerinnen, Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche um Abteilungsleiter Fabian Schröder (vorne) feiern Meisterschaften und Aufstiege des SC Lerchenberg. | Foto: Eva Willwacher

Lerchenberg. Ausgelassener Jubel und stille Freude: In unterschiedlicher Art und Weise aber von ähnlichen Glücksgefühlen begleitet feierten die Basketballerinnen und Basketballer einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Die SCL-Frauen bejubelten mit dem 84:60 (62:45; 40:24; 21:14)-Erfolg über den TV Bad Bergzabern 2 die Landesliga-Meisterschaft vor der punktgleichen DJK Nieder-Olm 2. In schwarz-goldenen Meistershirts saßen die strahlenden Siegerinnen nach ihrem Saisonfinale auf der Tribüne und feuerten die Lerchenberger Männer an. Nach nervösem Beginn fand das SCL-Team zu seinem Spiel und machte per 76:57 (60:47; 35:35; 14:20)-Erfolg gegen den TV Bad Bergzabern 2 die zweite Landesliga-Meisterschaft und damit den zweiten Oberliga-Aufstieg für den Verein innerhalb von wenigen Stunden perfekt.

Direkt nach der Schlusssirene brauchten die SCL-Männer ein paar Minuten, um die Anspannung abzulegen. Viele der Teamkollegen um Kapitän Marcel Meffert genossen mit einem Grinsen im Gesicht den Erfolg eher im Stillen. Zumindest für den Moment. Spätestens als Johann Ammon, Sportwart des Basketballverbandes Rheinhessen, den Mannschaften zur Meisterehrung Urkunden und Sekt überreichte, kamen auch die Männer in Feierlaune. „Ja, die Frauen haben etwas ausgelassener gejubelt, weil sie diesen Erfolg auch schon lange im Blick hatten“, erklärte Martin Jurisch, der Trainer in Doppelfunktion beim SCL. „Die Männer waren etwas angespannter, sie hatten sich in der Rückrunde von Zittersieg zu Zittersieg gehangelt. Wenn man die Meisterschaft am Ende doch noch selbst in der Hand hat, kann man schon mal einen Tick Angst vorm Siegen bekommen.“

Unglücklicher Zusammenstoß mit Folgen

Diese Anspannung auf Lerchenberger Seite war fast zwei Viertel lang gegen den TV Bad Bergzabern 2 unübersehbar. Teilweise lagen die Gastgeber vor der Pause mit elf Punkten (21:32, 15. Minute) zurück. Reihenweise feuerten beide Mannschaften ihre Dreier ab, Spielzüge waren zunächst kaum beobachten. Trotzdem erkämpfte der SCL bis zur Halbzeit den Ausgleich. „Der Gegner hat anfangs getroffen und wir überhaupt nicht“, sagte Jurisch. „In der Pause habe ich die Spieler daran erinnert, wie wir andere Partien gedreht haben.“ Stark verteidigen, viel penetrieren, saubere Fastbreaks laufen, selbstbewusst schießen. Ein Stichwort sei der Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern aus der Hinrunde gewesen, als seine Mannschaft einen Acht-Punkte-Rückstand zwei Minuten vor Schluss noch in einen Drei-Punkte-Sieg gewandelt hatte.

Die Ansprache passte: Die Lerchenberger fanden ihren Rhythmus, suchten nun auch spielerische Lösungen. Bis zur 16. Minute zog der SCL auf zehn Punkte (52:42) davon. Der Favorit kam ins Laufen. Doch ein unglücklicher Zusammenstoß veränderte dieses Spiel. Beim Versuch, den Ball abzufangen prallte SCL-Aufbau Mario Volarevic mit seinem Gegenspieler so unglücklich am Kopf und im Rippenbereich zusammen, dass der Beza-Spieler erst minutenlang auf dem Feld behandelt werden musste und später mit Atembeschwerden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wurde.

Eine Szene mit Nachwirkungen. Die Gäste aus Bad Bergzabern kamen danach minutenlang nicht mehr zum Abschluss. Die SCL-Männer blieben ruhig, spätestens nach einem Dreier von Martin Kubiak zum 67:48 (33.) war dieses Spiel und damit die Meisterschaft entschieden. Nur im Falle einer Lerchenberger Niederlage wäre der ASC Mainz II aufgrund des direkten Vergleichs noch vorbeigezogen. Das ließ der SCL nicht mehr zu.

SC Lerchenberg: Fein, Franca, Khacer (11/2 Dreier), Kirchhoff (5/1), Kubiak (23/3), Mädrich, Meffert (7), Reermann, Rode, Schwindt (11), Strobel (7), Volarevic (12/2).

Weitaus weniger dramatisch machten die SCL-Frauen ihren ersten Aufstieg in die Oberliga der vergangenen 16 Jahre perfekt. Von Beginn an waren die Gastgeberinnen gegen den Tabellensiebten TV Bad Bergzabern II das bessere Team. Schon fast zur Pause durften sich die SCL-Basketballerinnen bei einer 16-Punkte-Führung auf die Meisterfeier freuen. „Die Mannschaft hatte Selbstvertrauen“, erklärte Jurisch. Nach einem mäßigen Start in die Saison und insgesamt vier Niederlagen sei bei seinen Leuten der Groschen gefallen. „Es gab eine Initialzündung und seitdem läuft es.“ Die SCL-Frauen kennen ihre Systeme. „Und beide Teams – Frauen wie Männer – zeichnet eine leidenschaftliche Laufbereitschaft in der Defense aus“, versichert Jurisch. „Wenn wir mal in der Zone stehen, ist es sehr schwer, gegen uns zu punkten.“

Der Mann an der Seitenlinie, der vor zwei Jahren zum SCL kam, freut sich über dieses überraschende Abschneiden beider Mannschaften. „Gerade bei den Männern ist es ja nicht Gott geben, dass wir als Aufsteiger in der Landesliga den Durchmarsch machen. Wir wollten uns lange oben halten, waren aber überrascht, dass es trotz einiger Ausfälle so gut geklappt hat. Das ist insgesamt ein richtig toller Erfolg.“

SC Lerchenberg, Frauen: C. Becker, S. Becker (3/1 Dreier), Beckmann, Bitz (13), B. Blank (2), N. Blank (23), Blaschke, Bresser (7/1), Feklushina (19), Gottschlich (9), Volk (8).

 

Artikel von : Sport aus Mainz https://www.sportausmainz.de/sport/artikel/Ab_in_die_Oberliga_Der_SCL_steigt_geich_doppelt_auf-454307883